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Migräne -was hilft?| Mein Erfahrungsbericht

Migräne - was hilft wirklich?

Mein Erfahrungsbericht aus 4 Jahrzehnten Migräniker

An die ersten Berührungspunkte mit Migräne kann ich mich noch gut erinnern, obwohl das schon sehr lange her ist. Ich war damals ein Kind und meine Mutter sagte zu mir: „Kind, geh bitte raus und spiele leise, ich hab Migräne, mir tut mein Kopf so weh, ich muss mich hinlegen“. Dann lag sie für Stunden im Bett oder auf dem Sofa bei zugezogenen Vorhängen und war für niemanden zu sprechen. Damals wusste ich gottseidank noch nicht, dass mich dieses Leiden später auch treffen würde.

Dann war ich 14 Jahre alt als mein Zyklus einsetzte und ab da wusste auch ich, wie sich Migräne anfühlt. Und ich hatte mindestens einmal im Monat während meiner Periode mit diesem Problem zu kämpfen. Meist waren es jedoch 2 – 3 Anfälle pro Monat. Frühere hab ich immer gehofft, dass die Medizin irgendwann die Ursache für die Schmerzen finden und sich die Krankheit zumindest fast beseitigen lassen würde. Ist aber leider nicht der Fall. Was sich gebessert hat, sind die Medikamente für den Schmerz, die sich dann eben doch erheblich von Kopfschmerztabletten unterscheiden.

Weil über Migräne oft blöde Witze gemacht wurde und und immer noch wird, so als wäre das Einbildung oder ein Vorwand und jedenfalls keine ernstzunehmende Krankheit, frei nach der Devise: „Schatz, ich kann nicht, ich hab heute meine Migräne“ und die  breite Öffentlichkeit anscheinend meint, man solle sich nicht so anstellen, sondern einfach eine Kopfschmerztablette nehmen und weitermachen, hab ich meine chronische Krankheit für mich behalten und es gibt ehemalige Kollegen, die das bis heute nicht wissen. Warum hab ich das gemacht? Weil ich nicht wollte, dass ich  über eine Krankheit definiert werde.

Doch trotz meiner genetischen Vorbelastung, aufgrund der Migräne meiner Mutter, dauerte es Jahre bis eine klassische Migräne mit Aura (mit Wahrnehmungsstörungen) bei mir diagnostiziert wurde. Man suchte lange nach einer Ursache und auch ich war immer der Ansicht, dass man  zuerst eine Ursache finden sollte, um dann auch die passende Lösung zu suchen. Doch bei mir wurde alles untersucht  - und  es war organisch nichts zu finden.

Früher hatte ich jahrelang meine Migräne ausschließlich linksseitig, später das eine oder andere Mal auch auf der rechten Seite und dann wiederum hat sich die Krankheit verändert und wenn der Anfall über mehrere Tage andauerte, dann konnte es an einem Tag links, am nächsten Tag  rechts und am dritten womöglich wieder links sein.

Migräne - was ist das?

Typisch für Migräne sind anfallsweise auftretende pulsierende Kopfschmerzen, die meist nur eine Kopfseite sowie vorwiegend den Bereich um Stirn, Augen und Schläfen betreffen und sich bei Bewegung verschlimmern. Zu den Schmerzen müssen Symptome wie Übelkeit, Appetitlosigkeit, Licht- oder Lärmempfindlichkeit hinzukommen. Teilweise geht den Schmerzen eine sogenannte Aura voraus, in der Symptome wie Sehstörungen die nachfolgenden Kopfschmerzen ankündigen. Um die Attacken rasch zu beenden beziehungsweise zu vermeiden, ist es wichtig, frühzeitig das individuell passende Arzneimittel in der richtigen Dosierung einzunehmen. Migränepatienten sollten sich bei der Auswahl daher von einem Arzt beraten lassen. Bei häufigen Attacken ist auch eine vorbeugende Behandlung möglich. (Quelle: Apothekenumschau)

Fakt ist,  Migräne ist eine eigenständige Krankheit, die es in verschiedenen Varianten gibt und eine häufige Erkrankung, man spricht bereits von einer Volkskrankheit, denn weltweit leiden etwas 10% der Menschen darunter. Es sind mehr Frauen als Männer betroffen, doch die Zahlen nähern sich immer mehr an.

Was löst Migräne aus? Mögliche Migräne Trigger

  • Stress (wobei die Migräne häufig im Übergang von Stress zu Entspannung stattfindet, also die sogenannte Wochenendmigräne. Daher macht es Sinn, dies durch regelmäßige Entspannungsübungen zu trainieren.
  • Alkohol, Nikotin
  • Eine ungünstige Körperhaltung
  • Wetterfühligkeit
  • hormonelle Schwankungen (z. B. Menstruation)
  • gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus, zu wenig Schlaf
  • ungenügende Flüssigkeitsaufnahme
  • Auslassen von Mahlzeiten
  • gewisse Medikamente
  • möglicherweise bestimmte Nahrungsmittel
  • Grelles Licht, starker Lärm, chem. Gerüche
  • Ungeeignete Ausstattung von Arbeitsplatz oder Arbeitssituation (Großraumbüro)
  • genetische Veranlagung, mangelnde Bewegung
  • unausgewogene Ernährung
  • Reizüberflutung

Da die Trigger  jedoch individuell sind und meist auch mehrere zusammenspielen sind sie schwer zu identifizieren

Forscher haben herausgefunden,  dass es bei Migränikern eine Anomalie im Gehirn, denn sie  haben die Gehirne von Patienten vermessen. Das Ergebnis: Teile der äußeren Hirnrinde von Menschen mit Migräne sind deutlich dicker als gewöhnlich. Migräne zeigt sich auch in den Hirnstrukturen: Die äußere Hirnrinde von Migränikern, der sogenannte Cortex, ist in jenen Bereichen verdickt, die Sinneseindrücke verarbeiten – darunter auch Schmerzreaktionen.

Das fand Nouchine Hadjikhani vom General Hospital in Boston heraus. Er hat die Denkorgane von 24 Migränepatienten und zwölf gesunden Teilnehmern verglichen und herausgefunden, dass im Schnitt die sensorischen Areale der Migräniker um 21 Prozent dicker als die der Vergleichspersonen. (Quelle: https://www.focus.de)

Ich hab deswegen für mich daraus die Schlussfolgerung gezogen, dass es in den meisten aller Fälle von Migräne nicht diese EINE Ursache gibt, nach der man oft verzweifelt sucht, sondern es gibt diese Anomalie im Gehirn, die angeboren ist, also eine Veranlagung auf bestimmte Dinge mit Schmerz zu reagieren und es je nach Situation einen oder mehrere Auslöser aus der Liste zu  einem Anfall führen, was die Zuordnung so schwierig bis eigentlich unmöglich macht. So kann es das eine mal Stress, evtl. im Zusammenhang mit einer Lärmbelästigung sein, wohin gegen es wahrscheinlich das andere Mal auch schlicht der Wetterumschwung ist oder ein bestimmtes Essen ist. 

Meine Erfahrungen mit einer Kur als Rehabilitationsmaßnahme

Es war Ende der 90-iger Jahre, ich hatte zwei, doch meistens dreimal über mehrere Tage im Monat einen Anfall, teilweise mit Erbrechen und hab ein Schmerztagebuch geführt und mit Schrecken auch schwarz auf weiß gesehen, wie wenige Tage ich wirklich komplett schmerzfrei war. Ich hatte damals oft das Gefühl, dass ich nicht mehr kann, wie ich entweder mit den Schmerzen kämpfte, oder danach mit Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Erschöpfung bis ich wieder einigermaßen auf den Beinen war. Trotzdem hab ich mich zur Arbeit geschleppt und hab mich sehr selten krank gemeldet. Ich saß dann meist auf meinem Bürostuhl, zwang mich  versuchte, meine Arbeit zu machen so gut es ging, weil ich nicht wollte, dass meine Kollegen unter meinem Ausfall leiden  und Mehrarbeit machen mussten, doch hatte oft das Gefühl, gleich vom Stuhl zu rutschen und umzukippen.

Irgendwann hab ich dann einen Antrag auf eine Kur gestellt, weil es so nicht weitergehen konnte. Der Antrag wurde erstmal abgelehnt und ich war am Boden zerstört und hab  nicht verstanden, wie man nach einer solchen Krankheitsgeschichte eine Ablehnung bekommen konnte. Doch dann hab ich von erfahrenen Kur- Antragstellern gehört, dass der
1. Antrag meistens abgelehnt wird und man auf jeden Fall Widerspruch einlegen müsse. Das sei das übliche Procedere. Danach wurde die Kur tatsächlich genehmigt. Doch leider nicht in einer Spezialklinik für Migräne, sondern einer Klinik, in der Tiefenpsychologie und Verhaltenstherapie durchgeführt wurde. Ich rief bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte ich Berlin an, wo man mir sagte, dass es mit keiner Migräne Spezialklinik einen entsprechenden Vertrag gäbe, so auch nicht mit der Klinik in Königsstein bei Frankfurt, die ich vorgeschlagen hatte, es daher keine Möglichkeit der Unterbringung gäbe. Ich könne mich jedoch an meine Krankenkasse wenden, ob dort die Kostenübernahme möglich ist. Ich fühlte mich als Spielball öffentlicher Stellen, bei dem es "nur" darum ging,  welche Kasse in Frage kommt.

Und mir wurde zwar klar, dass es außerhalb einer Spezialklinik für Migräne für mich bei einer Kur keine entscheidende Besserung geben würde, weil Migräne nun mal Spezialisten braucht und nicht vergleichbar ist mit der Bandscheibe, Rückenschmerzen oder Fußkrankheiten, auch wenn diese vielleicht psychosomatisch bedingt sind und bemängle auch heute noch, diesen Fehler in unserem Gesundheitssystem, dass man zwar Geld in die Hand nimmt, um ein Leiden zu verringern und Menschen fit genug für den Beruf zu erhalten, dann jedoch nicht die geeigneten Spezialmaßnahmen hat, um einen Erfolg wahrscheinlicher zu machen.

Ebenfalls  sonnenklar war, dass ich die genehmigte Kur jetzt auch nicht ablehnen konnte und dass ich dringend eine Auszeit brauchte. Ich war also für 6 Wochen in der Vogelsbergklinik bei Fulda, in der Tiefenpsychologie und eine Verhaltenstherapie angeboten wird  und hab ein ausgedehntes Sportprogramm, erholsame Bäder, Massagen und auch einige Gesprächsrunden sowohl in der Gruppe als auch einzeln absolviert und kann mich noch erinnern,  dass ich mich am Ende vom Sportlehrer verabschiedet habe und er mich gefragt hat, wie es mir gefallen hat. Ich sagte ihm, es war sehr erholsam, doch bei meinen Migräneschmerzen hätt es mir leider nicht geholfen. Er antwortete darauf: Das könne ich doch so nicht sagen und gar nicht beurteilen. Und ich fragte mich: Wer das dann beurteilen kann, wenn nicht ich selbst??? Ich hatte auch während der Kur die Anzahl Migräne, die ich zu Hause gehabt hätte und lag einmal sogar vor der Kantine auf dem Boden, weil mich ein Drehschwindelanfall dazu gezwungen hatte.

Wenn Migräne das Leben bestimmt

Natürlich hat die Migräne mein ganzes Leben bestimmt, denn ich hab viele Wochenenden meines Lebens mit Schmerzen im Bett verbracht, anstatt draußen meine Freizeit mit Familie und Freunden zu genießen.  Nicht jeder aus meinem Freundeskreis damals hat verstanden, warum ich oft bei Sonnenschein nicht dabei war, um etwas gemeinsam zu unternehmen, doch ich hatte diese Wahl ja gar nicht. Nur mit Ruhe und Dunkelheit ließ sich das ansatzweise aushalten. Umso mehr war es eine Erleichterung für mich,  wenn die Menschen aus meinem engeren Umfeld Verständnis dafür hatten. 

Durch die vielen Ausfallzeiten hab ich an anderen Tagen ohne Schmerzen mehr machen und Dinge aufholen müssen. Dadurch stand natürlich immer im Vordergrund, kann ich was machen oder nicht? Und in Phasen, in denen ich eine Weiterbildung gemacht hab, musst ich permanent Lernstoff aufholen, um am Ball bleiben zu können.

Das schlimmste war für mich auch, wenn ich von neuen Methoden gehört oder gelesen hab und mich voller Hoffnung entschlossen habe, ein Programm abzuspulen und alles zu tun, was dort verlangt  wurde, um nach einigen Monaten festzustellen, dass es bei mir eben nicht hilft. Dann bin ich emotional in ein tiefes Loch gefallen und war frustriert und zutiefst enttäuscht, weil es offenbar Dinge gab, die anderen geholfen haben, es jedoch für mich nichts gab, dass mir helfen konnte.

Früher hieß es oft ganz lapidar, Rotwein oder Schokolade könne Migräne auslösen und man solle diese Stoffe halt einfach vermeiden. Ich hab monatelang ein Ernährungstagebuch geschrieben und alles aufgeschrieben, was ich gegessen und getrunken hab. Doch auch das hat nach der Auswertung keinen Aufschluss mögliche Auslöser gegeben.

Betablocker als Prävention für Migräne?

Irgendwann auf der Suche nach einer möglichen Prävention, die die Häufigkeit der Migräne Anfälle reduzieren sollte hat mir ein Arzt Betablocker vorgeschlagen. Bis dato wusste ich nur, dass Leute mit Bluthochdruck Betablocker einnehmen, weil mir ein Kollege davon erzählt hat, der das für sein Herz eingenommen hat.  Nur habe ich einen normalen bis eher einen zu niedrigen Blutdruck und wusste nicht, was das mit mir zu tun hatte.

Im Beipackzettel stand dann auch über die Wirkung, dass diese Betablocker, die Ausschüttung von verschiedenen Stresshormonen senkt und mir war schon immer klar, dass Stress bei mir zwar „auch“ ein Faktor sein könnte, aber nicht DER entscheidende, zumal ich auch im Urlaub meine regelmäßigen Attacken hatte und  mich dort nicht im Stress fühlte, sondern immer gut abschalten und entspannen konnte.

So hat es mir von Anfang an widerstrebt, dass ich solche starken Medikamente jeden Tag nehmen sollte, auch wenn ich keine Schmerzen hatte. Mir reichte schon, dass ich jeweils beim Anfall viele Schmerzmittel brauchte und ich machte mir Sorgen darüber, wie mein Körper all die Chemie auf Dauer unbeschadet überstehen sollte. Ich war auf der Suche nach einem natürlichen Mittel zur Prävention, doch das gab es nicht.

So sehr ich mich auch dagegen gesträubt hab, irgendwann bin ich an den Punkte gekommen, an dem es nicht mehr ging, die Migräneanfälle wurden immer häufiger und damit die Erholungsphasen immer kürzer. Jeder, der Migräne hat, weiß wie sich das anfühlt. Erst bist du dankbar dafür, dass deine Schmerzen irgendwie betäubt werden, dann sollst/willst und musst du jedoch wieder arbeiten gehen und hast keinen Schimmer, wie du in die Pötte kommen sollst, weil du so betäubt warst, dass dir jeder Schritt schwerfällt und du dich nur noch müde, abgeschlagen und erschöpft fühlst.

Das Ziel war eine schrittweise Dosierung jede Woche bis auf 120 mg Betablocker jeden Tag, doch schon um die  80 mg musste ich wieder einen Schritt zurücksetzen, weil ich mich dauernd benommen und benebelt fühlte. Mit dem festen Willen, das durchzuziehen kam ich auf maximal 100 mg und hab das auch über Monate eingenommen. Lang genug, um zu sehen, dass mich das Medikament zusätzliche belastet, jedoch keine Verbesserung bei der Anzahl meiner Migräneanfälle macht.

Medikament gegen Epilepsie auch wirksam gegen Migräne?

Einige Zeit später war ich auch im Bundeswehrkrankenhaus in Ulm, um zu erfahren, ob es neue Erkenntnisse gibt. Nahegelegt wurde mir dort ein Medikament, dass eigentlich gegen epileptische Anfälle entwickelt wurde, bei dem man  jedoch vermutete, dass es auch positive Auswirkungen auf die Migräne haben könnte, also die Zahl der Anfälle verringern. War also ebenfalls ein Medikament zur Prävention. Hab ich über Monate genommen, jedoch blieb der Erfolg aus.

Migräne Ausfallerscheinungen wie bei einem Schlaganfall

Nun sollte man denken, die Schmerzen an sich sind schon schlimm genug. Doch schlimmer geht –leider - immer. Eines Abends, ich saß im Unterricht meiner Höherqualifizierung zum Industriefachwirt IHK als meine Hand plötzlich eingeschlafen ist, mein Arm sich taub angefühlt hat, ich Punkte vor meinem Auge saß und auf einmal mein Gesichtsfeld eingeschränkt war. Ich wusste nicht, was da geschieht, dachte noch: „Jetzt geht hier irgendwas in mir kaputt“, atmete schneller, mahnte mich jedoch selbst zu Ruhe. Vor meinen Augen flimmerte und mir war nicht klar, was als nächstes passieren könnte. So vergingen etliche Minuten, in denen ich hin und hergerissen war zwischen absoluter Panik und dem Vorsatz, ganz ruhig zu bleiben und das Phänomen ging vorbei, alles normalisierte sich wieder. Ich war zutiefst erschrocken und zugleich erleichtert.

Und natürlich machte ich mir Sorgen, was das  zu bedeuten hatte und hab meinem Arzt davon berichtet. Er war darüber nicht sonderlich überrascht und meinte, es sei bekannt, das bei Menschen mit Migräne so etwas passieren könne. Das sei zwar unangenehm, doch es gehe meist relativ rasch vorüber. Er bezeichnete das als eine Art „Gehirnkrampf“, bei dem Teile des Gehirn vorübergehend nicht richtig durchblutet werden.

Als ich später einem Facharzt davon berichtet hab, meinte der, das sei absoluter Nonsens, so etwas wie einen Gehirnkrampf gäbe es nicht und wenn Teile des Gehirns nicht mehr richtig durchblutet werden würden, dann wär ich tot.

So hab ich damals erkannt, dass sich auch die Ärzte nicht einig sind, was das genau ist, wie das heißt und was sich dabei abspielt.

Jedenfalls folgte dann eine Computertomographie, mit der man einen Gehirntumor ausschließen wollte und das Ergebnis war glücklicherweise negativ.

In der Folgezeit hatte ich noch öfter diese Ausfälle und ich hab zu Hause festgestellt, dass ich mich während eines solchen Anfalls auch nicht mehr richtig artikulieren konnte. Heißt, ich wusste, was ich sagen wollte, doch ich konnte die Worte nicht so formen und heraus kam etwas Unverständliches. Im Prinzip waren das alles Merkmale eines möglichen Schlaganfalles wie Sehstörungen, Sprachstörungen, Lähmung, Taubheitsgefühl, Schwindel

Doch natürlich hat mir das nach wie vor Angst gemacht, auch mit dem Wissen, dass es „wahrscheinlich“ nach spätestens ca. einer halben Stunde vorbei ist. Zuhause hab ich mich dann hingelegt und gehofft, dass ich einschlafen kann und der Spuk nach dem Aufwachen wieder vorbei ist. Beruhigend war dann auch meistens, dass damals mein Exmann oder meine Tochter in der Nähe waren. Doch blieb immer die Unsicherheit, wann und wo dies das nächste Mal auftreten würde, weswegen ich einen Zettel geschrieben hab für meine Geldbörse mit einer Erklärung für den Notfall und ich nicht sprechen konnte.

Was hilft wirklich bei Migräne?

Ein starker Kaffee oder ein Espresso mit Zitronensaft, also die Wirkstoffe von Koffein und Vitamin C kann in einer frühen Phase und seltenen Fällen helfen, einen Anfall noch abzuwenden.

Ansonsten gilt, frühzeitig die richtigen Medikamente einzunehmen, also wirklich nicht zu lange warten. Mittlerweile gibt es mehrere Medikamente unter dem Wirkstoff Triptan, ich selbst hab 3 – 4 verschiedene Triptane probiert, bevor ich das gefunden hab, mit dem ich gut zurechtkam.

Triptane sind verschreibungspflichtig und weil ich nicht ständig wegen einem Rezept zum Arzt rennen wollte hab ich oft versucht, meine Migräne mit verschreibungsfreien Medikamenten zu bewältigen. Das Problem dabei ist nur, dass man hierbei oft an der Obergrenze der Tageshöchstmenge hantiert und manch ein Wirkstoff voll auf den Magen schlägt. Also ist ein spezielles Migränemedikament wirkt besser. Du solltest ca. 20 – 30 Minuten vorher MCP oder andere geeignete Tropfen einnehmen, die gegen Übelkeit und Erbrechen wirken und dafür sorgen, dass die Migränetabletten vom Magen noch aufgenommen werden. Das ist nämlich nicht selbstverständlich, da der Magen- Darm- Trakt während der Migräne gestört ist. Ich hab das auch lange nicht gewusst und nur durch Zufall erfahren.


Entspannungsmethoden können die Migräne sicher nicht gänzlich unterbinden, doch können sie helfen,  die Anspannung im Alltag  in Entspannung zu verwandeln und die Fähigkeit zur Entspannung zu trainieren, was dabei helfen kann, den einen oder anderen Migräneanfall zu verhindern. 

Was mir darüber hinaus noch hilft ist, wenn der Kopf beim Liegen etwas höher liegt, dass das Blut besser abfließen kann, also ein etwas höheres Kopfkissen. Ein Pfefferminz- oder Mentholstift, der zusätzlich auf die Schläfe aufgetragen wird und eine Kühlbrille, die mit Gel gefüllt ist und bei mir ständig im Kühlschrank liegt, damit sie rechtzeitig griffbereit ist. Und dann natürlich Ruhe – Ruhe – und nochmal Ruhe, Dunkelheit, keine Geräusche und keine Gerüche und wenn es geht Schlaf.

Migräne vorbeugen

Ich hab während dieser ganzen Zeit natürlich viel mehr ausprobiert, doch alles passt nicht in einen einzelnen Blogbeitrag, so hab ich mich hier auf das Wesentliche beschränkt. Es handelt sich bei diesem Artikel um meine persönlichen Erfahrungen und meine Learnings, die dir eventuell helfen können. Vielleicht liegt dein Fall jedoch auch ganz anders und es hilft dir nicht, denn jeder Migränepatient ist anders, es gibt verschiedene Migräne Varianten  und jeder Mensch hat ein oder mehrere Trigger, die in Kombination anders auf ihn/ sie wirken.

Was ich auf jeden Fall aus eigener Erfahrung weiß ist, dass die Krankheit „Migräne“ an sich schon Belastung genug ist und du darum deine zusätzliche Stressbelastung, dein Cortisol im Blut, regelmäßig senken solltest, denn dieses Stresshormon Cortisol ist „auch“ als möglicher Auslöser für Migräne bekannt und du kannst zwar während eines Migräneanfalls mit einer Entspannungsübung in aller Regel nichts mehr abfangen, weil die Gefäße außer Kontrolle sind, doch du kannst mit solchen entspannenden Übungen manch einer Migräneattacke vorbeugen,  die Cortisolbedingt ist und damit eine wichtige Prävention vor solch einer Schmerzattacke betreiben.

Gute Erfahrungen hab ich hier mit der Selbsthypnose gemacht, die eine wohltuende Entspannung erzeugt, die bei Migräne vorbeugend wirken kann. Selbsthypnose kann ich dir zeigen, ebenso wie das Autogene Training oder die Progressive Muskelentspannung.  Welches die richtige Methode für dich ist, ist erfährst du im Persönlichkeitstest, bei dem es darum geht, welcher Entspannungstyp du bist.

Meist ist es auch nicht nur eine Maßnahme, sondern eine Kombination von mehreren Maßnahmen, was hilft. Da solltest du herausfinden, was sich gut für dich anfühlt und was das richtige für dich ist.

Was ich zum Beispiel wichtig finde und mir auch hilft ist, täglich eine ausreichende Dosis Magnesium einzunehmen, da ich merke, dass ich sonst Muskelkrämpfe in den Beinen bekomme und da Migräne ja auch eine Art Krampf ist, wird eine zusätzliche Gabe empfohlen. (Über die Höhe der Dosierung kannst du deinen Apotheker oder Arzt befragen)

Hinweis: Dies ist  keine medizinische Beratung, da ich kein Arzt bin und keinen Heilberuf ausübe. Ich kann und darf dir deshalb auch keine Hypnose für die Migräne anbieten, da Schmerzbehandlungen in Deutschland nur Menschen mit Heilerlaubnis erlaubt sind. Was ich dir jedoch anbieten kann ist das Erlernen von Selbsthypnose, das ist Hilfe zur Selbsthilfe, ein sehr gutes Werkzeug, dass du dann selbst in der Hand hast und - ja nachdem wie regelmäßig du das anwendest - eine wesentliche Verbesserung bei Migräne erzielen kannst.  Wenn dich das interessiert kannst du hier mehr über den Ablauf lesen!